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Cloud-Zertifizierung: Azure oder AWS lernen
Cloud Zertifizierung Azure AWS im Vergleich: role-based Pfade von AZ-900 bis Administrator und AWS Associate, plus Kurs oder Self-Study, Stand 2026.
KI-generiert In den Rechenzentren rund um München laufen längst beide Welten parallel. Der Mittelständler in Aschheim fährt seine Fachanwendungen auf Azure, weil Microsoft 365 sowieso im Haus ist, das Tech-Startup in der Maxvorstadt baut alles auf AWS, weil das Entwicklerteam es so kennt. Wenn du dich fragst, welche Cloud-Zertifizierung dich weiterbringt, ist die ehrliche Antwort: Es hängt weniger von der Technik ab als davon, wo du arbeitest und wohin du willst. Dieser Ratgeber ordnet die aktuellen role-based Pfade beider Anbieter ein und klärt, wann sich ein Präsenzkurs lohnt und wann du mit Selbststudium weiterkommst.
Cloud verstehen, bevor du zertifizierst
Eine Zertifizierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Nachweis über eine Rolle. Beide Anbieter haben ihre Programme in den letzten Jahren konsequent auf role-based umgestellt. Das heißt, du zertifizierst dich nicht mehr auf ein Produkt, sondern auf eine Tätigkeit: Administrator, Solutions Architect, Developer, Security Engineer, Data Engineer. Für den Einstieg gibt es bei beiden eine Fundamentals-Ebene, die Konzepte erklärt (was ist ein virtuelles Netzwerk, wie funktioniert Abrechnung nach Verbrauch, was bedeutet Shared Responsibility zwischen dir und dem Anbieter).
Bevor du eine Prüfung buchst, solltest du drei Dinge geklärt haben. Erstens deine Zielrolle, denn davon hängt der ganze Pfad ab. Zweitens die Cloud deines Arbeitgebers oder Wunscharbeitgebers, weil ein Zertifikat auf der falschen Plattform im Bewerbungsgespräch wenig zieht. Drittens dein Vorwissen: Wer schon Windows Server oder Linux administriert, überspringt bei der Fundamentals-Prüfung viel. Wenn du bei der Rollenwahl unsicher bist, hilft der Überblick in unserem Ratgeber welche IT-Schulung zu dir passt.
Azure-Pfad: von AZ-900 zum Administrator
Der Azure-Einstieg beginnt fast immer mit AZ-900 (Azure Fundamentals). Diese Prüfung deckt Cloud-Konzepte, die wichtigsten Azure-Dienste, Sicherheit, Governance und das Preismodell ab. Sie bleibt bewusst breit und verzichtet auf technische Tiefe. Statt dich durch das Portal zu klicken, beantwortest du Multiple-Choice-Fragen zum Verständnis. Für viele Fachkräfte in Verwaltung, Vertrieb oder Projektmanagement ist AZ-900 schon der passende Abschluss, weil er die gemeinsame Sprache schafft. Details zum Zuschnitt findest du in der offiziellen Azure-Fundamentals-Beschreibung von Microsoft Learn.
Wer administrieren will, geht danach auf AZ-104 (Azure Administrator Associate). Hier wird es praktisch: Identitäten in Entra ID verwalten, virtuelle Netzwerke und Storage einrichten, virtuelle Maschinen betreiben, Ressourcen überwachen und absichern. Die Prüfung setzt Hands-on-Erfahrung voraus, reines Auswendiglernen reicht nicht mehr. Von dort verzweigt der Pfad je nach Interesse weiter Richtung AZ-500 (Security Engineer), AZ-305 (Solutions Architect) oder AZ-204 (Developer). Für Admins, die aus der Windows-Welt kommen, ist AZ-104 der natürliche nächste Schritt, oft im Verbund mit einer Microsoft-365-Schulung, weil Entra ID, Intune und Azure eng verzahnt sind.
AWS-Pfad: Cloud Practitioner und Associate
Bei AWS heißt die Einstiegsprüfung Certified Cloud Practitioner (CLF-C02). Sie entspricht in ihrer Rolle dem AZ-900: Grundbegriffe, Kernservices wie EC2, S3 und RDS, das Kostenmodell, Sicherheit und Support-Optionen. Auch hier steht das Verständnis der Konzepte im Vordergrund, Konfigurationsaufgaben kommen erst auf der nächsten Ebene. Die aktuellen Prüfungsdetails stehen auf der AWS-Seite zum Cloud Practitioner.
Die eigentliche Fachtiefe beginnt auf der Associate-Ebene. Der bekannteste Vertreter ist der Solutions Architect Associate (SAA-C03), der zeigt, wie man ausfallsichere, kostenbewusste und skalierbare Architekturen auf AWS entwirft. Daneben stehen der SysOps Administrator Associate für den laufenden Betrieb und der Developer Associate für die Anwendungsentwicklung. Wichtig für Umsteiger: AWS verlangt für die Associate-Prüfungen keine bestandene Fundamentals-Prüfung als Voraussetzung. Wer schon Cloud-Erfahrung mitbringt, kann direkt auf Associate zielen und den Cloud Practitioner überspringen. In der Praxis nehmen viele ihn trotzdem mit, weil er ein schneller erster Nachweis ist.
Azure oder AWS: was entscheidet
Die Plattformen sind sich technisch ähnlicher, als die Marketingabteilungen glauben machen. Beide bieten virtuelle Maschinen, Objektspeicher, verwaltete Datenbanken, Kubernetes und serverlose Funktionen. Die Entscheidung fällt selten an der Technik. Ausschlaggebend sind meist diese Punkte:
- Dein Arbeitgeber: Ist Microsoft 365 im Haus, ist Azure meist gesetzt, weil Identitäten, Lizenzen und Support zusammenlaufen. Ein reines Entwickler- oder Plattformumfeld tendiert häufiger zu AWS.
- Der Münchner Stellenmarkt: Beide Clouds sind stark nachgefragt. Große Konzerne, Versicherer und öffentliche Auftraggeber in der Region setzen oft auf Azure, viele Softwarehäuser und Scale-ups auf AWS. Ein Blick in aktuelle Stellenanzeigen für deine Zielrolle ist aussagekräftiger als jede Statistik.
- Deine Zielrolle: Sicherheit und Compliance-Themen sind bei Azure oft eng an Microsofts Ökosystem geknüpft, was für Admins mit Security-Schwerpunkt relevant ist. Für Data-Engineering und Machine-Learning-Pipelines haben beide starke Angebote.
- Dein Vorwissen: Wer aus der Windows- und Active-Directory-Welt kommt, findet sich in Azure schneller zurecht. Linux-Profis und Entwickler starten auf AWS oft flüssiger.
Ein pragmatischer Rat: Lerne zuerst die Cloud, die dein aktueller oder angepeilter Job braucht. Die Konzepte übertragen sich später ohnehin, und ein zweites Zertifikat auf der anderen Plattform ist mit dem Fundament aus der ersten deutlich schneller zu holen.
Kurs oder Self-Study
Beide Anbieter stellen umfangreiche kostenlose Lernpfade bereit, Microsoft über Microsoft Learn, AWS über Skill Builder. Für die Fundamentals-Ebene reicht diszipliniertes Selbststudium in vielen Fällen aus. Du liest die Module, machst die kostenlosen Übungslabore und legst nach ein bis zwei Wochen fokussierter Vorbereitung die Prüfung ab.
Ab der Associate-Ebene kippt das Verhältnis. AZ-104 oder Solutions Architect verlangen echte Handgriffe, und genau hier verlieren sich Selbstlerner: Man liest über virtuelle Netzwerke, hat aber nie ein Peering aufgebaut oder ein NSG debuggt. Ein strukturierter Kurs bringt drei Dinge, die man sich allein schwer beschafft. Erstens einen roten Faden, der die relevanten Themen in der richtigen Tiefe abdeckt, statt im YouTube-Dickicht zu versinken. Zweitens eine Übungsumgebung, in der du gefahrlos ausprobierst, ohne eine überraschende Cloud-Rechnung zu riskieren. Drittens eine Trainerin oder einen Trainer, die deine konkrete Frage beantworten, wenn ein Konzept hakt.
Für Teams kommt ein vierter Punkt dazu: Im Präsenz- oder Live-Online-Kurs kommen alle auf denselben Stand, und das gemeinsame Wissen bleibt im Unternehmen. Wenn du für dich oder dein Team einen Azure- oder AWS-Kurs in München suchst, findest du Termine und geführte Zertifizierungspfade bei cmt.de, einem langjährigen IT-Schulungsanbieter am Standort München. Für die reine Fundamentals-Vorbereitung genügt oft ein kompakter AZ-900-Kurs, für Administrator- und Architect-Rollen lohnt sich die intensivere Schulung mit Laborzeit.
Prüfungskosten und Verlängerung
Die Prüfungsgebühren staffeln sich bei beiden Anbietern nach Ebene: Fundamentals-Prüfungen sind am günstigsten, Associate-Prüfungen kosten spürbar mehr, Expert- und Professional-Ebenen liegen noch darüber. Die tagesaktuellen Gebühren für deine Region stehen auf den offiziellen Prüfungsseiten, die oben verlinkt sind, weil Preise und Steuern je nach Land variieren. Plane die Prüfung frühzeitig ein, denn Termine bei den Testcentern in und um München sowie die Online-Proctoring-Slots sind je nach Woche unterschiedlich gut verfügbar.
Beim Thema Gültigkeit unterscheiden sich die beiden deutlich. Microsofts role-based Zertifikate (etwa AZ-104) sind ein Jahr gültig und lassen sich danach kostenlos über eine Online-Bewertung auf Microsoft Learn verlängern, die du im Fenster vor Ablauf ablegst. Die Fundamentals-Zertifikate wie AZ-900 laufen nicht ab. AWS-Zertifizierungen sind drei Jahre gültig, danach rezertifizierst du dich, indem du die aktuelle Prüfung oder eine höhere Stufe bestehst. Rechne diese Zyklen von Anfang an mit ein, gerade in Teams, damit Nachweise nicht unbemerkt verfallen.
Unterm Strich: Wähle die Plattform nach deinem Umfeld, starte mit der Fundamentals-Prüfung nur, wenn dir das Grundverständnis fehlt, und investiere spätestens auf der Associate-Ebene in einen Kurs mit echter Übungszeit. So wird das Zertifikat zu einem Nachweis, den du im Alltag auch einlösen kannst, und verstaubt nicht in der Schublade.
Nächster Schritt
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