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Systemadministration & Netzwerk

Netzwerktechnik lernen: Network+ oder CCNA

Netzwerktechnik Schulung im Vergleich: Wann CompTIA Network+ und wann Cisco CCNA das richtige Zertifikat für deinen Einstieg in München ist, Stand 2026.

18. Februar 2025 6 Min. Lesezeit

KI-generiert

Ein Rechenzentrum in München fällt selten wegen kaputter Hardware aus. Viel öfter steckt ein falsch gesetztes VLAN dahinter, eine Routing-Tabelle, die keiner mehr versteht, oder ein DNS-Eintrag, den vor drei Jahren jemand von Hand gesetzt hat. Wer Netzwerktechnik wirklich beherrscht, findet solche Fehler in Minuten statt in Stunden. Genau deshalb lohnt sich vor der ersten Schulung die Frage: Steigst du herstellerneutral mit CompTIA Network+ ein oder mit dem stärker praxis- und produktbezogenen Cisco CCNA?

Warum Netzwerkwissen die Basis ist

Fast jede IT-Rolle steht auf dem Netzwerk. Ein Server ist ohne funktionierende Verbindung nur ein warmer Kasten, eine Cloud-Migration scheitert an Latenz und Firewall-Regeln, und selbst ein Security-Vorfall lässt sich nur nachvollziehen, wenn du weißt, wie Pakete durch dein Netz fließen. Systemadministratoren, DevOps-Leute und angehende IT-Security-Fachkräfte kommen alle an einem soliden Netzwerkverständnis nicht vorbei.

In München kommt ein handfestes Argument dazu: Viele Arbeitgeber vom Mittelständler in Sendling bis zum Konzern-Rechenzentrum betreiben klassische On-Premises-Infrastruktur parallel zur Cloud. Wer Switching, Routing und Segmentierung erklären kann, ist in genau diesen hybriden Umgebungen gefragt. Netzwerkwissen ist also kein Nischenthema, sondern das Fundament, auf dem du später Spezialisierungen aufbaust. Wenn du deinen Weg in Richtung Betrieb planst, hilft dir dabei auch der Überblick, den du als angehender Systemadministrator brauchst.

TCP/IP, Subnetze und Routing verständlich

Egal welches Zertifikat du anpeilst, der inhaltliche Kern ist derselbe. Am Anfang steht das TCP/IP-Modell mit seinen Schichten. Du lernst, wie eine Anwendung über TCP oder UDP mit einem Port spricht, wie IP-Adressen den Weg bestimmen und wie MAC-Adressen im lokalen Segment die letzte Meile übernehmen.

Der Punkt, an dem viele Einsteiger ins Schwitzen kommen, ist das Subnetting. Dahinter steckt die Frage, wie du einen Adressbereich sinnvoll aufteilst, damit Abteilungen, Server und Gäste-WLAN sauber getrennt sind. Eine Zahl wie /26 ist kein Geheimcode, sondern sagt dir, dass 26 Bit fürs Netz reserviert sind und dir 62 nutzbare Hostadressen bleiben. Wer das einmal an echten Beispielen durchgerechnet hat, verliert die Angst davor.

Darauf baut Routing auf: Ein Router entscheidet anhand seiner Tabelle, wohin ein Paket geht, das nicht ins eigene Subnetz gehört. Statische Routen setzt du selbst, dynamische Protokolle wie OSPF verteilen die Information automatisch. Dazu kommen VLANs, mit denen du ein physisches Netz logisch aufteilst, sowie NAT, DHCP und DNS als tägliche Begleiter. Diese Bausteine tauchen in jeder Netzwerk-Grundlagen-Schulung auf, unabhängig vom Hersteller.

CompTIA Network+ herstellerneutral

CompTIA Network+ ist das klassische Einsteigerzertifikat, das bewusst keinen Hersteller bevorzugt. Du lernst Konzepte, die auf Geräten von Cisco, HPE Aruba, Juniper oder Ubiquiti gleichermaßen gelten. Die aktuelle Prüfungsversion trägt die Bezeichnung N10-009 und deckt Netzwerkgrundlagen, Implementierung, Betrieb, Sicherheit sowie Fehlersuche ab. Details und die genaue Domänen-Gewichtung findest du bei CompTIA.

Für wen sich das eignet: Wenn du breit einsteigen willst, dich noch nicht auf einen Anbieter festlegen möchtest oder in einer gemischten Umgebung arbeitest, ist Network+ ein solider erster Nachweis. Es wird von Personalabteilungen gut erkannt und passt gut zu Rollen wie IT-Support, Junior-Administration oder als Zwischenstation vor einer Security-Laufbahn. Der Preis für die Herstellerneutralität ist, dass du keine konkrete Konfigurationssyntax lernst. Du verstehst, was ein VLAN ist, aber nicht, wie du es auf einem bestimmten Switch einrichtest.

Cisco CCNA für Netzwerkrollen

Der Cisco Certified Network Associate, kurz CCNA, geht einen Schritt weiter in die Praxis. Die Prüfung mit der Kennung 200-301 verlangt, dass du dieselben Grundlagen nicht nur erklärst, sondern auf Cisco-Geräten auch umsetzt. Du arbeitest mit der Kommandozeile, konfigurierst Interfaces, richtest OSPF ein, segmentierst mit VLANs und wendest Zugriffslisten an. Cisco bündelt Lernpfade und Community im Cisco Learning Network.

Warum das relevant ist: Cisco-Technik ist in Rechenzentren, Behörden und größeren Unternehmen weit verbreitet. Wer eine dedizierte Netzwerkrolle anstrebt, also Network Engineer, Datacenter-Betrieb oder Provider-Umfeld, findet mit dem CCNA einen anerkannten Türöffner. Die Kehrseite: Der Aufwand ist höher, die Prüfung anspruchsvoller, und ein Teil des Wissens ist auf die Cisco-Welt zugeschnitten. Übst du zu Hause, brauchst du außerdem eine Übungsumgebung, etwa den kostenlosen Simulator Cisco Packet Tracer oder das mächtigere GNS3.

Netzwerktechnik Schulung oder Selbststudium

Beide Zertifikate lassen sich theoretisch im Selbststudium erreichen. Bücher, Videokurse und Übungsprüfungen gibt es reichlich, und wer diszipliniert ist, kommt damit weit. Der Haken liegt in der Praxis: Subnetting sitzt erst, wenn du es unter Zeitdruck rechnest, und CLI-Konfiguration lernst du nur durch Tippen, nicht durch Zuschauen. Genau hier verlieren viele Selbstlerner Wochen, weil sie an einem Fehler hängen bleiben, den ein erfahrener Trainer in zwei Sätzen erklärt.

Ein geführter Kurs lohnt sich vor allem, wenn du folgende Punkte abhaken kannst:

  • Du willst innerhalb weniger Wochen prüfungsfertig sein statt über Monate nebenher zu lernen.
  • Du brauchst eine feste Struktur und jemanden, den du bei Verständnislücken direkt fragen kannst.
  • Du möchtest an echter oder simulierter Hardware üben, ohne dir erst ein Labor aufzubauen.
  • Dein Arbeitgeber übernimmt die Weiterbildung und erwartet einen belastbaren Abschluss.

Für den Raum München bietet sich Präsenztraining an, weil du im Kurs direkt am Gerät arbeitest und Fragen sofort geklärt werden. Als IT-Schulungsanbieter mit langer Historie in München deckt cmt genau dieses Feld ab, von Netzwerkgrundlagen bis zu herstellerspezifischen Vertiefungen. Konkrete Termine und Kurse findest du bei cmt.de.

Prüfung, Kosten und Gültigkeit

Beide Zertifikate sind zeitlich befristet und laufen jeweils drei Jahre. CompTIA Network+ verlängerst du über das Continuing-Education-Programm mit gesammelten Fortbildungspunkten oder durch ein höherwertiges Zertifikat. Cisco setzt auf Continuing Education oder eine erneute Prüfung. Plane die Rezertifizierung von Anfang an mit ein, damit dein Nachweis nicht stillschweigend abläuft.

Die Prüfungen buchst du direkt beim jeweiligen Anbieter über deren Testpartner, entweder im Testcenter oder als beaufsichtigte Online-Prüfung. Aktuelle Gebühren stehen ausschließlich auf den offiziellen Seiten von CompTIA und Cisco, denn sie ändern sich und unterscheiden sich je nach Region und Voucher. Verlass dich hier nur auf die Originalquelle.

Kurz zusammengefasst, damit du eine Richtung hast: Network+ passt, wenn du breit und herstellerneutral starten willst oder in einer gemischten Umgebung arbeitest. CCNA passt, wenn du eine dedizierte Netzwerkrolle anstrebst und in einer Cisco-geprägten Infrastruktur landest. Viele beginnen mit Network+ für das solide Fundament und legen den CCNA später nach, sobald die Richtung klar ist. Wer danach in Richtung Absicherung weiterdenkt, findet den nächsten logischen Schritt im Einstieg in IT-Security. So oder so baust du dir mit sauberem Netzwerkwissen ein Fundament, auf dem fast jede weitere IT-Spezialisierung aufsetzt.

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